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Der Herold: so hieß in den alten Zeiten ein Gesandter im Kriege, welcher unangetastet von dem Feinde vorgelassen werden mußte, um seine etwaigen Vorschläge anzuhören, und der eben so sicher wieder zurückgehen durfte.

 Seine Person war heilig, und es wäre die höchste Verletzung des Völkerrechts gewesen, ihn anzutasten.

 Dann hieß auch bei Turnieren oder andern feierlichen Vorfällen ein Herold der verpflichtete Aufseher, welcher bei strittigen Fällen den Ausspruch thun, nicht minder auch die adlichen Wappen und Ahnen etc. untersuchen mußte. In dieser letzten Bedeutung ist auch heut zu Tage noch ein Herold an verschiedenen Höfen gewöhnlich.

Endlich wird er auch als ein feierlicher Ankündiger von wichtigen Ereignissen gebraucht, welcher in einer Stadt unter großem Pomp, und Begleitung von Trompeten und Pauken, gewöhnlich umher reitet, und entweder Friedensschlüsse oder Thronerhebungen etc. feierlich bekannt macht.

Herolde waren wappenkundige Bedienstete von Fürsten oder anderen Dienstherren. Im Krieg überbrachten sie Botschaften, notierten aber auch die Namen der Gefallenen. Bei Turnieren waren sie die Ansager, Ordner und Schiedsrichter. 
 

 Ihre Posten hatten sie ihren besonderen wappenkundlichen Kenntnissen zu verdanken. Denn die Herolde kannten nicht nur die unterschiedlichen Wappen der verschiedenen adeligen Familien, sie entwarfen auch neue Wappen. Sie stellten sicher, dass kein Wappen einem anderen glich und registrierten die unterschiedlichen Zeichen in Wappenbüchern. 

 
Und weil sie sich im Wappenwesen so gut auskannten, gehörte es zu ihren Aufgaben, bei Turnieren die Ritter anzukündigen. Diese traten immer mit dem Schild oder der Fahne der eigenen Familie an - so dass die anderen wussten, um welchen Adeligen es sich überhaupt handelte. Schließlich konnte man durch die Rüstung und Helme die Kämpfer kaum erkennen. 
  

 

 
Im Krieg erstellten die Herolde Listen von Rittern, die für ihre Fürsten in den Krieg ziehen mussten. Im Krieg konnten sie die Zusammensetzung der Gegner anhand der Wappen erkennen. Nach der Schlacht war es dann die Aufgabe der Herolde die Toten und Verwundeten an ihren Wappen zu identifizieren und ihren Herren zu melden.
 
Von dem Wort Herold wurde schließlich auch das Wort Heraldik abgeleitet, das Wappenkunde bedeutet. Die Heraldik befasst sich mit der Geschichte und der Beschreibung von Wappen. In der Heraldik sind drei Bereiche zusammengefasst: Die Wappenkunst befasst sich mit der Gestaltung von Wappen, die Wappenkunde interpretiert die verschiedenen Wappen und Gegenstand des Wappenrechts sind schließlich die Regeln, wie ein Wappen zu führen ist.



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